Die Waffen eines mörderischen Zeitalters
"Kein Mann sollte sich je einen Schritt von seinen Waffen entfernen, denn er kann nie wissen, wann er sie vielleicht brauchen wird", heißt es warnend in einem alten Gedicht. In der gewalttätigen Ära der Wikinger hielt ein vorsichtiger Mann seine Waffen stets griffbereit, ob er als Bauer während einer Blutfehde auf der Hut sein mußte, oder ob er sich als Händler vor Überfällen oder als Herr vor seinen Sklaven fürchten mußte.
Die Nordmänner kämpften auch mit Pfeil und Bogen, zogen aber Speere, Schwerter und Äxte vor. Speere waren tödliche Waffen, und die Sagas verherrlichen die Großtaten von Speerwerfern. So gelangte ein zum Christentum bekehrter Krieger namens Tryggvi zu immerwährendem Ruhm: Nachdem man ihn als Sohn eines Priesters verhöhnt hatte, schleuderte er mit beiden Händen einen Hagel von Speeren auf seine heidnischen Feinde und rief: " So hat mich mein Vater die Messe lesen gelehrt!"
Die bedeutendsten Waffen der Wikinger waren jedoch ihre schweren Schwerter und ihre zuverlässigen Kriegsäxte, mit denen sie Schilde durchhauen und einen Mann mit einem Schlag töten konnten. Obwohl auch wikingische Waffenschmiede Stahl herstellten, stammten die besten Klingen von deutschen oder französischen Handwerkern. Diese Waffen waren als Raub- und als Handelsgut sehr begehrt; sie trugen Namen wie "Beinbeißer", "Grimmig" und "Lang-und-Scharf" und wurden über Generationen weitervererbt.
Schild Schwert Speerspitze
Klinge einer Streitaxt
Die Ausrüstung der Wikinger reichte vom schlichten Holzschild über die eiserne Lanzenspitze und das hochentwickelte Kettenhemd bis zur reich verzierten Streitaxt, deren verschlungenes Tierornament mit Silbertraht eingelegt wurde.
Reste eines Kettenhemdes

