Die „Freie Republik Reitermania“-Tour war erst im November gestartet, doch schon die ersten Eindrücke, von denen man hörte, wiesen auf eine energiegeladene Show hin, die alte wie neue Fans gleichermaßen abholte. Genau dieses Gefühl legte sich auch im Z7 über den Abend: ein Jubiläumskonzert, das die 30-jährige Geschichte der Apokalyptischen Reiter feierte und zugleich die Zukunft der Band spürbar machte. Der Mix aus Jubiläumsalbum, Studio-Updates und Festivalankündigungen hatte die Vorfreude mächtig angeheizt – und Pratteln war bereit für einen Abend, der wild, laut und voller Bewegung sein sollte.
Victorius eröffneten den Abend und legten direkt los, als wollten sie das Z7 schon in den ersten Minuten in Schutt und Asche legen. Das bekannte Intro rollte durch die Halle, Schlagzeuger Frank Koppe betrat als Erster die Bühne, gefolgt von der Saitenfraktion, bis schließlich David Baßin den Auftritt komplett machte. Vom ersten Ton an lieferten sie ihren energiegeladenen Power Metal ohne Pause ab, ein hymnisches Gefecht voller Spaß und Tempo. Song folgte auf Song, die Halle war sofort im Power-Modus, und spätestens beim abschließenden „Super Sonic Samurai“ war klar, dass Victorius ihren Slot perfekt genutzt hatten. Ein knackiger Auftakt, der gefühlt fast schon zu kurz war.
Cypecore nahmen diese Energie auf und verwandelten das Z7 in eine düstere Zukunftswelt, wie man sie von ihren „Operations“-Shows kennt. Die Mannheimer erschienen wie aus einer anderen Zeit, schwer bewaffnet mit Härte, futuristischen Sounds und ihrer typischen Atmosphäre, die Fans und „Überlebende“ einer gefühlten Apokalypse gleichermaßen in ihren Bann zog. Tracks aus „Make Me Real“ krachten eindringlich durch die Halle, begleitet von der typischen Endzeit-Ästhetik, die Cypecore seit Jahren prägt. Die Fans feierten die Band mit voller Energie. Das Z7 verwandelte sich für einen Moment in eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2133. Es war eine Show, die nicht nur musikalisch die Fans überzeugte, sondern auch visuell spezielle Elemente hatte.
Als schließlich Die Apokalyptischen Reiter die Bühne betraten, war die Stimmung am Anschlag. 30 Jahre Bandgeschichte standen im Raum, und die Reiter zeigten vom ersten Moment an, warum sie seit drei Jahrzehnten nicht zu bremsen sind. Mit einem Set, das alte Kracher, neue Songs und die unberechenbare Vielfalt ihrer Musik vereinte, füllten sie das Z7 mit Energie, Emotionen und diesem typischen anarchischen Reitermania-Gefühl. Die Fans sangen, sprangen, schrien – ganz wie beim letzten Z7-Gig von 2023 im Zuge der Schreinachten Tour– und die Band gab alles, was dieses Jubiläum verdient hatte. Es war ein wilder Ritt durch drei Jahrzehnte Reitergeschichte, voller Spielfreude, Überraschungen und dieser einzigartigen Mischung aus Brutalität, Melodie und Herz. Ein Geburtstagsfest, das kaum hätte stärker krachen können. Bei den Fans blieben mit Sicherheit keine Wünsche offen!