Wenn zwei Bands, die den Retro-Gedanken nicht nur zitieren, sondern leben, gemeinsam auf Tour gehen, liegt Spannung in der Luft – genau so war es auch an diesem Abend in der Konzertfabrik Z7. Unter dem Motto „Retro-Rock-Magie im Doppelpack“ trafen die schwedischen Blues Pills auf die niederländischen DeWolff – zwei Bands, die den Sound der späten 60er- und 70er-Jahre in die Gegenwart holen, ohne wie ein Abziehbild zu wirken. Die Erwartungen waren entsprechend hoch, denn beide gelten als echte Live-Bands, die ihre Stärken erst auf der Bühne voll entfalten. Den Auftakt machten DeWolff – und die Niederländer brauchten nicht lange, um das Z7 auf Betriebstemperatur zu bringen. Mit Hammond Orgel, Gitarre und Drums entstand dieser rohe, psychedelische 70s-Sound, der gleichzeitig lässig und intensiv wirkte. Die Songs entwickelten sich, wuchsen, nahmen das Publikum mit auf kleine Reisen zwischen Southern Rock, Blues und ausufernden Jams. Gerade live zeigte sich einmal mehr, warum DeWolff seit Jahren als einer der stärksten Acts dieser Szene gelten: eingespielt bis ins Detail, aber mit genug Raum für Spontanität. Das Publikum ließ sich treiben – wippende Köpfe, geschlossene Augen, dieses typische „drin versinken“, das ihre Musik so besonders macht. Das war ein gelungener Auftakt!
Nach kurzer Umbaupause übernahmen dann die Blues Pills – und setzten dem Abend noch einmal eine ganz eigene Krone auf. Von Beginn an lag dieser warme, groovige Sound im Raum, getragen von flirrenden Gitarren und einer Rhythmussektion, die direkt ins Mark ging. Im Zentrum aber einmal mehr Elin Larsson: eine Stimme zwischen Soul, Blues und purer Energie, die mühelos zwischen gefühlvollen Momenten und eruptiven Ausbrüchen wechselte. Die Songs vom aktuellen Album „Birthday“ entfalteten live noch mehr Druck und Emotion, während sich die Band insgesamt spielfreudig, energiegeladen und sehr Publikumsnah zeigte. Immer wieder suchte Elin Larsson die Nähe zum Publikum, ließ die Grenze zwischen Bühne und erster Reihe verschwimmen und verwandelte das Z7 in einen vibrierenden Club. Am Ende stand ein Abend, der genau das hielt, was er versprach: zwei Bands, zwei Ansätze – aber eine gemeinsame Leidenschaft für ehrlichen, handgemachten Rock, der live einfach am besten funktioniert. Die Fans haben die Songs vom ersten bis zum letzten Ton genossen!