Das Heidenfest 2026 versprach Humppa, Trolle, Piraten – und eine Nacht, die die Fans im Z7 begeistern würde. Als das legendäre Heidenfest nach Jahren wiederbelebt wurde, war auch schon klar: Dieses Line-up des Abends würde etwas ganz Besonderes werden. Fünf Bands, die Folk- und Pagan-Metal nicht nur spielen, sondern leben, verwandelten die Konzertfabrik Z7 am 30. Januar 2026 in eine kochende Arena aus Melodien, Trinkliedern und wilden Eskapaden. Die Kombination aus Korpiklaani, Finntroll, Heidevolk, Trollfest und The Dread Crew Of Oddwood versprach eine Nacht voller Spass, Gemeinschaft und unbändiger Energie – und genau so traf es auch ein.
The Dread Crew Of Oddwood eröffneten den Abend wie Piraten, die gerade an Deck ihres Schiffes ankamen: mit akustischen Schwertern im Anschlag und einem Sound, der sofort an raue See, alte Tavernen und kernige Shantys erinnerte. Ihre Mischung aus akustischem Speedfolk, Shantys und Metal sorgte bereits in den ersten Minuten für grinsende Gesichter und ein Publikum, das sich vom ersten Ton an mitziehen liess. Jeder Schlag klang wie ein Anfeuerungsruf zum Feiern, und zwischen „Give Me Your Beer“ und „Leather Ship“ schien im Z7 schnell klar: Das hier wird eine Party, keine warmgespielte Vorband.
Trollfest setzte direkt dort an, wo Oddwood aufgehört hatten – nur eine gute Portion verrückter und doppelt so ausgelassen. Die Norweger spielten sich mit ihrem eigenen „True Norwegian Balkan Metal“ regelrecht in einen Rausch und verwandelten den Z7-Boden in eine tanzende, lachende Masse. Kostüme, Chaos, viel Rosa und eine Spielfreude, die das Publikum sofort mitriss, machten den Auftritt zu einer der fast schon energiegeladensten Show des Abends. Kein Song klang wie der andere, und spätestens beim Track „Kjettaren mot strømmen“ war klar: Trollfest hat nicht nur Spielfreude, sie teilen sie mit jedem Einzelnen in der sehr gut gefüllten Halle.
Heidevolk brachten danach eine fast schon heilige, fast mythische Stimmung ins Z7. Mit kraftvollem Doppelgesang, treibenden Riffs und hymnischen Refrains bauten die Holländer eine Atmosphäre auf, die sich wie ein gemeinsames Lagerfeuer anfühlte – laut, stolz und voller Geschichte. Tracks wie „Ostara“ oder „A Wolf in My Heart“ liessen die Circle-Pits kreisen und die Menge mitsingen, bis die Stimme kratzte. Der Abschied mit „Nehalennia“ war dann weniger ein Ende als ein Versprechen, dass diese Verbindung zwischen Band und Publikum Bestand hat. Die Fans waren nun endgültig auf Betriebstemperatur!
Finntroll stürmten die Bühne mit der explosiven Mischung aus Black Metal-Riffs und folkloristischen Elementen, für die sie seit Jahrzehnten berühmt sind. Mit einem Set, das von älteren Klassikern wie „Trollhammaren“ bis zu neueren Furien reichte, brannte die Band ein Feuerwerk an Songs und hoher Emotionen ab. Der vorübergehend eingesprungene Sänger Kistelach lebte den Auftritt voll aus und riss das Publikum zum wilden Mitmachen und moshenden Massen hin. Nebelschwaden, geballte Energie und ein kollektives Aufgehen in der Musik machten Finntroll zu einem der unvergesslichen Höhepunkte des Abends. Ein Set voller Druck und Energie forderte die Fans und brachte sie an diesem Konzertabend zu einem absoluten Höhepunkt.
Korpiklaani schlossen den Abend als Headliner mit dem klassischen Humppa-Metal-Feuerwerk ab, das man genauso von den Finnen erwartete. Mit Songs aus ihrem aktuellen Album „Rankarumpu“ und ausgewählten Klassikern trieben sie die Stimmung nun sogar noch eine Stufe höher auf ihr absolutes Maximum. Tanzende Menschen, angehobene Trinkhörner, Bierdosen und ein kollektives Mitsingen hallten durch das Z7, als Jonne Järvelä und seine Band den Laden in eine bierselige Spelunke verwandelten, in der kein Fuss stillstand. Die Mischung aus Uptempo-Hooks, fiddle-getriebenen Melodien und unbändiger Publikumsnähe machte ihr Set zum würdigen Finale eines Abends, den man so schnell nicht vergessen wird.