Die Jubiläumstour der Industrial-Pioniere „Die Krupps“ machte Halt in der Konzertfabrik Z7 Pratteln – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und energiegeladen 45 Jahre Bandgeschichte klingen können. Den Auftakt bestritten Johnny Tupolev aus Wuppertal, die mit ihrem kraftvollen Mix aus Hardrock, Industrial-Elementen und kernigen Riffs gleich zu Beginn für Kopfnick-Momente sorgten. Songs wie „Bomb Your Head“ oder „Obsession“ blieben im Ohr und zeigten, dass diese Band, trotz noch junger Karriere, Potential für einiges mehr hat. Mit charmanter Bühnenpräsenz und treibendem Sound waren sie der perfekte Einstieg in diesen Konzertabend.
Eigentlich sollten Schattenmann den zweiten Slot übernehmen, doch die Band musste krankheitsbedingt absagen. Für würdigen Ersatz war gesorgt: Erdling sprangen kurzfristig ein und machten die Bühne mit ihrem brachialen Dark-Metal-Sound unsicher. Das Quartett um Frontmann Neill Freiwald kombinierte wuchtige Riffs, elektronische Einflüsse und eingängige Refrains zu einer energiegeladenen Show, die sofort zündete. Mit hymnischen Songs, dunkler Atmosphäre und kompromissloser Spielfreude brachten Erdling das Publikum zum Mitbangen, Mitsingen und zum Feiern. Ein Auftritt, der eindrucksvoll zeigte, warum sich die Band längst als feste Größe der Szene etabliert hat – und der an diesem Abend weit mehr war als nur ein Ersatz, sondern ein echtes Highlight.
Als schließlich „Die Krupps“ die Bühne übernahmen, verwandelte sich das Z7 in ein feierndes Zentrum aus EBM-Beats, metallischen Riffs und unbändiger Energie. Jürgen Engler führte mit charismatischer Präsenz durch ein Set, das Klassiker wie „Crossfire“ oder „Fatherland“ mit brandneuen Songs wie „On Collision Course“ und „Will nicht – muss!“ verband. Zwischen Elektronik, Stahlofon-Schlägen und massiven Gitarrenwänden wurde das Publikum Zeuge einer wahren Zeitreise durch 45 Jahre Industrial-Geschichte. Jürgen und seine Mitstreiter gaben definitiv alles für das Publikum und die Menge nahm dies dankend an und feierte ausgelassen – spätestens beim abschließenden „Machineries of Joy“ war dann auch jedem klar: Dieses Jubiläum war keine nostalgische Rückschau, sondern ein energiegeladenes Statement, das die Relevanz der Band bis heute unter Beweis stellte. Ein toller Konzertabend im Z7, der wie im Fluge verging aber bei den Fans garantiert noch lange in der Erinnerung bleiben wird.