Der Abend wurde stimmungsvoll von Rog Patterson eröffnet, der mit seiner zwölfsaitigen Gitarre und eindringlichen Songs sofort eine intime Atmosphäre schuf. Sein Set verband folkige Wärme mit progressiver Tiefe. Obwohl er alleine auf der großen Bühne der Konzertfabrik Z7 stand nahm er musikalisch den Raum für sich ein. Die rund 30 Minuten vergingen wie im Flug und erwiesen sich als sehr ruhiger Auftakt für das, was noch folgen sollte. Mir persönlich würde sein Set eher in einem gemütlichen Pub viel besser gefallen aber dies hatte nichts mit der Qualität seines Auftrittes zu tun.
Als dann Pendragon die Bühne betraten, brandete sofort großer Jubel auf. Die Band um Mastermind Nick Barrett zeigte sich spielfreudig und bestens gelaunt. Besonderes Highlight war die komplette Darbietung ihres 1991 erschienenen Albums The World, das für viele Fans als Meilenstein des Neo-Prog gilt. Dazwischen streuten die Briten immer wieder Klassiker und Favoriten aus ihrem umfangreichen Repertoire ein. Mit viel Charme und kleinen Anekdoten führte Barrett durch den Abend, während die langen, verschachtelten Stücke ihr Publikum in eine andere Welt entführten.
So entwickelte sich einmal mehr ein Prog-Event der Extraklasse, das weit über zwei Stunden andauerte. Jeder Song wurde von den Fans mit spürbarer Begeisterung aufgenommen und genossen, und die Atmosphäre in der Konzertfabrik war geprägt von einem tiefen Eintauchen in diese zeitlose Musik. Pendragon bewiesen eindrucksvoll, dass sie auch nach fast fünf Jahrzehnten Bandgeschichte nichts von ihrer Magie verloren haben – ein Abend, der für die Prog-Gemeinde im Z7 wohl keine Wünsche offengelassen haben dürfte.