Das Ultima Ratio Fest machte auch 2025 wieder Station im Z7, und das Line-Up versprach von Anfang an einen besonderen Konzertabend. Mit Iotunn, Equilibrium, Soen und Dark Tranquillity standen vier Bands auf der Bühne, die jede für sich ein eigenes Klanguniversum mitbrachten – und zusammen für eine Nacht sorgten, die kein Fan so schnell vergessen wird. Die Halle war bestens gefüllt, die Stimmung von Beginn an gespannt und erwartungsvoll, und schon beim ersten Ton war klar: Hier würde niemand zu kurz kommen.
Den Auftakt machten Iotunn, die mit ihrem neuen Werk Kinship direkt eine atmosphärische Wucht entfachten. Schon der Opener „Kinship Elegiac“ zog das Publikum hinein in eine mythologische Klangwelt, die zwischen donnernden Riffs, sphärischen Melodien und kontrastreichen Vocals oszillierte. Die Mischung aus kraftvoller Härte und verletzlicher Tiefe machte ihren Progressive Melodic Death Metal live noch intensiver, und man spürte, dass die Band ihr Material perfekt im Griff hatte. Ein starker Einstieg, der die Fans von der ersten Minute an fesselte.
Mit Equilibrium änderte sich die Stimmung schlagartig – jetzt wurde es laut, wild und episch. Die Bayern packten all ihre Energie in einen Auftritt voller hymnischer Refrains, folkiger Einflüsse und moderner Härte. Klassiker wie „Blut im Auge“ wurden genauso frenetisch gefeiert wie neue Songs aus dem kommenden Album. Die Fans dankten es mit lautem Mitsingen, Headbangen und ausgelassener Feierlaune. Die Spielfreude der Band war förmlich greifbar, ihre mächtigen Epic-Metal-Hymnen verwandelten das Z7 zu einem brodelnden Hexenkessel.
Ein völlig anderes, aber nicht minder intensives Kapitel schlugen Soen auf. Mit ihrem aktuellen Album Memorial im Rücken entführten sie die Fans in emotionale Klanglandschaften voller Tiefe und Intensität. Schon mit „Sincere“ legte sich eine fast tranceartige Stimmung über die Halle, packende Riffs und melancholische Parts schufen Gänsehautmomente, die unter die Haut gingen. Die Band verstand es meisterhaft, Aggression und Schönheit miteinander zu verweben, und ließ das Publikum völlig in ihren Songs versinken. Ein Auftritt, der eindrucksvoll zeigte, warum Soen zu den herausragendsten Prog-Metal-Bands der Gegenwart zählen.
Zum Abschluss betraten Dark Tranquillity die Bühne – die Show begann mit gut 20 Minuten Verspätung, da es noch einige technische Probleme gab. Als es dann los ging lieferten sie genau den Höhepunkt, auf den alle gewartet hatten. Mit Endtime Signals, dem erfolgreichsten Album ihrer langen Karriere, und einer beeindruckenden Setlist zwischen neuen Stücken und Klassikern verwandelten die Göteborger Melodic-Death-Ikonen das Z7 in ein Tollhaus. Mikael Stanne führte charismatisch durch den Abend, die Band spielte tight und druckvoll, und die Mischung aus düsterer Atmosphäre und euphorischer Energie ließ keinen Zweifel daran, dass Dark Tranquillity auch nach über 30 Jahren zur Speerspitze ihres Genres gehören. Den verzögerten Start merkte man ihnen zu keiner Sekunde der Show an. Ein triumphaler Abschluss, der die Fans jubelnd, singend und voller Energie zurückließ – ein Konzertabend, der lange bei den Fans in Erinnerung bleiben wird.