03. Oktober 2025 - Up In Smoke Festival in der Konzertfabrik Z7

Twenty Two Toads
Twenty Two Toads

Der Freitag beim Up In Smoke Festival in der Konzertfabrik Z7 war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich ein Festivaltag mit Stoner- und Psychedelic-Sounds sowie weitaus härteren, fast Thrashmetal Klängen, zu einem dichten, intensiven Erlebnis verdichten kann. Schon zum Auftakt auf der Tent Stage begeisterten Skullpriest das Publikum mit ihrem schweren Instrumentalgeflecht, das zwischen meditativem Sog und dröhnender Wucht pendelte. Ihr Sound war ein Eintauchen in flirrende Fuzz-Gitarren und atmosphärische Delayflächen – eine Einladung, sich treiben zu lassen und den Kopf frei zu machen. Mit Twenty Two Toads wurde die Stimmung kantiger und rauer, der Groove direkter, und damit begann der frühe Abend Fahrt aufzunehmen. Das Zelt vibrierte, die Energie wurde greifbarer, die Zuhörer bewegten sich mehr, und spätestens hier war das Festival völlig im Gange. Für die frühe Zeit der ersten zwei Bands an einem Freitag war die Fläche vor der Bühne schon sehr gut gefüllt.

Thra
Thra

Auf der Hauptbühne übernahmen jetzt Thra und legten eine rohe, ungeschönte Wucht in den Raum. Ihr Sound war schwer, von schroffen Texturen durchzogen, und ihre Darbietung lebte weniger von Effekten als von der unmittelbaren Kraft der Musik selbst. Direkt danach entführten The Great Machine das Publikum vor der Tent Stage, mit einer dynamischen Show, die gekonnt zwischen drückenden Stoner-Passagen und atmosphärischen Momenten wechselte, in verschiedene Klangwelten. Sie bauten Spannung auf, ließen sie gezielt entladen, um dann wieder Luft zu schaffen – das Publikum folgte diesen Bewegungen aufmerksam und wurde von der Bühnenpäsenz der Band kräftig mitgerissen.

Zerre
Zerre

Als Conan schließlich die Main Stage betraten, verdichtete sich alles zu einer regelrechten Doom-Wand, die nun weit entfernt vom Stoner Rock war. Ihre Performance war wild und gleichzeitig düster: der Bass dröhnte, die Riffs wälzten sich wie ein unaufhaltsamer Zug durch die Halle, und die Menge wurde von dieser unbarmherzigen Wucht regelrecht niedergepresst. Der Wechsel zurück ins Zelt brachte mit Zerre wieder eine andere Facette auf eine der Up In Smoke Bühnen– ihre Mischung aus Groove und Abgründigkeit schuf eine eigenwillige, fordernde Atmosphäre vor der Bühne, die den Zuhörern Raum ließ, um sich tiefer in den Klang hineinfallen zu lassen. Gut für manchen war der Sound sehr hart. Die Würzburger lieferten Thrash-Metal mit kompromisslosen und knallharten Riffs, die an die glorreichen Tage des 80er Thrash erinnerten.

Orange Goblin
Orange Goblin

Den krönenden Abschluss auf der Main Stage setzten Orange Goblin, die mit ihrem Set ein deutliches Ausrufezeichen hinter ihre Karriere setzten. Ihr Auftritt im Z7 war ein wilder Ritt durch wuchtige Riffs, groovende Passagen und purer Energie. Es war spürbar, dass hier eine Band spielte, die ihre ganze Erfahrung und Spielfreude in diesen Auftritt legte. Die Stimmung im Publikum kochte, Hände und Köpfe bewegten sich im Takt, die Euphorie griff spürbar über, beim Set von Orange Goblin gab es dann sogar den einen oder anderen Crowdsurfer – und am Ende war es genau der triumphale, würdige Abschluss, den diesen Festivaltag komplettierte.

So spannte sich der Freitag beim Up In Smoke Festival wie ein kunstvoller Bogen: vom sphärischen Beginn über rohe Wucht bis zum furiosen Finale. Jede Band hatte ihren eigenen Charakter, doch alles fügte sich zu einem stimmigen Gesamtbild. Es war ein Festivalstart, der nicht nur die Fans des Stoner Rock begeisterte, sondern ein weitaus breiteres Publikum ansprach!

Skullpriest

Twenty Two Toads

Thra

The Great Machine

Conan

Zerre

Orange Goblin

Festival Impressionen