05. Juli 2026 - Mono Inc. live am Augusta Raurica Open Air

Der vierte und letzte Abend des AugustaRauricaOpenAir begann mit einer Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann: eine Mischung aus sommerlicher Gelassenheit, spürbarer Vorfreude und dem Gefühl, dass dieser Konzertabend den Abschluss eines besonderen Festivalwochenendes markieren würde. Auch wenn das Römertheater diesmal nicht vollständig gefüllt war, wirkte die Stimmung unter den Fans umso intensiver. Die warmen Temperaturen, das goldene Licht über den antiken Steinreihen und die entspannte Vorfreude der Besucher schufen einen Rahmen, der sich wie ein würdiger Ausklang dieser Konzertreihe anfühlte.

Den Auftakt machte Amoa, deren eleganter Mix aus Darkwave, Electronica und atmosphärischem ArtPop sich erstaunlich gut in die historische Kulisse einfügte. Die warmen Vocals, die schwebenden Synthesizer und die subtilen Beats erzeugten eine Stimmung, die gleichzeitig modern und extrem verträumt wirkte. Die Fans liessen sich schnell darauf ein, hörten aufmerksam zu und gingen die emotionalen Momente mit, die Amoa mit beeindruckender Präsenz auf die Bühne brachte. Es war ein Auftakt, der nicht laut sein musste, um Wirkung zu entfalten.

Mit The Beauty Of Gemina änderte sich die Atmosphäre spürbar. Die Band um Michael Sele betrat die Bühne mit jener ruhigen Souveränität, die ihre Konzerte seit Jahren prägt. Die Mischung aus melancholischen Melodien, treibenden elektronischen Elementen und Seles unverkennbarer Stimme füllte das Halbrund sofort mit einer schwer zu beschreibenden Stimmung. Die neuen Songs wirkten tiefgründig und klar, während die bekannten Stücke für jene Momente sorgten, in denen das Publikum komplett in die Klangwelt eintauchte. Die Band spielte qualitativ hervorragend, emotional und mit einer spürbaren Spielfreude. Die Fans feierten, sangen mit und liessen sich von der melancholischen Kraft der Musik tragen. Das waren zwei sehr gute Opener, die auf den Hauptact des Abends vorbereiteten.

Als Mono Inc. schliesslich die Bühne übernahmen, war die Energie im Römertheater sofort auf einem neuen Level. Die DarkRockGiganten aus Hamburg präsentierten sich mit jener Mischung aus Pathos, Druck und emotionaler Wucht, die ihre Shows so besonders macht. Die Lichtregie tauchte die Bühne in kraftvolle Farben, die Gitarrenlinien wirkten klar und druckvoll, und die Band agierte geschlossen und präsent. Martin Engler führte mit starker Stimme durch den Abend, Katha Mia setzte am Schlagzeug kraftvolle Akzente, und die Gitarrenarbeit von Carl Fornia verlieh den Songs jene epische Weite, die man von Mono Inc. erwartet.

Die Fans feierten jeden Song, egal ob neue Stücke oder Klassiker aus über zwei Jahrzehnten Bandgeschichte. Es entstanden diese typischen MonoInc.-Momente, in denen die Musik gleichzeitig dunkel, hoffnungsvoll und voller Gemeinschaftsgefühl wirkt. Die Verbindung zwischen Band und Publikum war intensiv und ehrlich, getragen von einer Atmosphäre, die man nur an solchen Sommerabenden erlebt.

Als die letzten Töne verklangen und die Lichter langsam über den Steinreihen zurückgingen, wirkte das Römertheater für einen Moment wie in eine besondere Ruhe getaucht. Die Fans verabschiedeten die Band mit langem Applaus, viele blieben noch stehen, um die Atmosphäre dieses Sommerabends auszukosten. Es war einer dieser Konzertmomente, die nicht laut enden müssen, um lange nachzuwirken. Der vierte Abend des AugustaRauricaOpenAir zeigte eindrucksvoll, wie stark Musik und historische Kulisse miteinander verschmelzen können – ein Abschluss, der das Festivalwochenende auf eine stimmige, kraftvolle Weise rund machte.