Der Park im Grünen zeigte sich an diesem Freitagabend von seiner sommerlichsten Seite: strahlender Himmel, hohe Temperaturen und ein Publikum, das schon früh Lust auf einen langen Rockabend hatte. Die Summerstage ist seit Jahren ein Fixpunkt im Basler Festivalsommer, und auch 2026 bot der Rock‑Freitag wieder ein Line‑up, das Generationen verbindet. Noch während viele Besucher ihre Plätze suchten oder sich ein kühles Getränk gönnten, eröffnete das Basler Duo A Head On Fire den Abend – und überraschte mit einer Intensität, die man einem Zwei‑Mann‑Setup nicht unbedingt zutraut.
A Head On Fire nutzten die große Bühne mit beeindruckender Selbstverständlichkeit. Dominik Sutter und Marcel Huber setzten auf einen rohen, direkten Sound, der ohne zusätzliche Musiker erstaunlich druckvoll wirkte. Ihr Set begann mit treibenden Indie‑Rhythmen, entwickelte sich aber schnell zu einer energiegeladenen Mischung aus Pop‑Rock und atmosphärischen Gitarrenwänden. Die beiden verstanden es, die frühe Festivalstimmung aufzugreifen und das Publikum Schritt für Schritt mitzunehmen. Besonders die emotionalen Vocals und die dichten Gitarrenarrangements sorgten dafür, dass der Funke übersprang. Ein Auftakt, der zeigte, dass moderner Schweizer Pop/Rock auch vor einem klassischen Rockpublikum absolut bestehen kann.
Mit Manfred Mann’s Earth Band stand anschließend eine Legende auf der Bühne, deren Songs seit Jahrzehnten zu den festen Größen der Rockgeschichte gehören. Trotz der drückenden Sommerhitze ließen sich die Fans nicht lange bitten: Schon die ersten Takte der bekannten Klassiker reichten aus, um die Menge in Bewegung zu setzen. Die Band präsentierte sich spielfreudig, souverän und mit jener Mischung aus Nostalgie und Energie, die ihre Konzerte seit jeher auszeichnet. Robert Hart überzeugte mit starker Stimme, Mick Rogers lieferte gewohnt präzise Gitarrenarbeit, und die großen Hymnen der 70er und 80er Jahre entfalteten ihre Wirkung wie eh und je. Es war ein Set, das Erinnerungen weckte und gleichzeitig zeigte, wie zeitlos diese Musik geblieben ist.
Den Abschluss des Abends bildeten Uriah Heep, und spätestens jetzt war klar, warum der Rock‑Freitag Jahr für Jahr so viele Besucher anzieht. Die britische Hard‑Rock‑Institution betrat die Bühne mit einer Energie, die man einer Band mit über 50 Jahren Geschichte immer wieder aufs Neue bewundern muss. Mick Box strahlte Spielfreude aus, Bernie Shaw überzeugte mit starker Präsenz, und die Rhythmussektion sorgte für den nötigen Druck. Die großen Klassiker wurden gefeiert, die rockigen Passagen mit Begeisterung aufgenommen, und die Band zeigte eindrucksvoll, dass sie auch 2026 nichts von ihrer Live‑Qualität verloren hat. Uriah Heep lieferten ein kraftvolles, mitreißendes Set, das den Rock‑Freitag würdig abrundete und die Fans mit einem breiten Lächeln in die warme Sommernacht entließ.
Ein Konzertabend, der von moderner Schweizer Musik über zeitlose Rockhymnen bis hin zu Hard‑Rock‑Legenden alles bot, was das Herz begehrt. Die Summerstage hat einmal mehr bewiesen, warum sie zu den beliebtesten Open‑Air‑Events der Region gehört.