Der erste Festivaltag von Baden In Blut 2026 zeigte sofort, warum dieses Open Air seit Jahren zu den bestorganisierten und beliebtesten Extrem‑Metal‑Events der Region gehört. Beide Tage waren restlos ausverkauft, und schon früh füllte sich der Dreiländergarten mit Fans, die sich auf ein breites, kompromissloses Musikbrett freuten. Die Stimmung war ausgelassen, die Crew arbeitete wie ein Uhrwerk, und die Mischung aus familiärer Nähe und professioneller Organisation machte sich sofort bemerkbar. Trotz Hitze, Staub und später aufkommender Abendluft blieb die Energie konstant hoch – ein typischer Baden‑In‑Blut‑Tag, wie man ihn liebt. Oder sollte es zukünftig doch Baden in Glut Festival heißen? ;-)
Magma Ocean eröffneten den Festivalfreitag mit einem Set, das sofort klar machte, dass hier keine Aufwärmphase nötig war. Die Band legte mit wuchtigen, progressiv‑düsteren Riffs los, die sich wie eine Druckwelle über den Platz legten. Ihr Sound wirkte präzise, modern und intensiv, getragen von einer Rhythmussektion, die den Boden spürbar zum Vibrieren brachte. Die Fans ließen sich schnell darauf ein, bangten, nickten und feierten die ersten Breakdowns des Tages. Ein Auftakt, der nicht nur technisch stark war, sondern auch atmosphärisch sofort zündete.
Mit Fateful Finality ging es direkt in eine andere Richtung: Thrash‑Power, die ohne Umwege ins Gesicht fährt. Die Band präsentierte sich spielfreudig, tight und mit jener Energie, die ihre Shows seit Jahren auszeichnet. Die Riffs waren schnell, die Vocals druckvoll, und die Crowd reagierte mit den ersten größeren Moshpits des Tages. Man merkte deutlich, wie sehr die Band die Nähe zum Publikum liebt – immer wieder suchten sie den Kontakt, feuerten an und steigerten die Dynamik. Ein Set, das die Temperatur im Dreiländergarten spürbar anhob.
Torture Killer brachten danach die volle Ladung Death Metal auf die Bühne. Schwer, kompromisslos, direkt. Die tief gestimmten Gitarren und das markante Growling erzeugten eine dichte, düstere Atmosphäre, die perfekt in den frühen Nachmittag passte. Die Band wirkte routiniert und fokussiert, und die Fans feierten die brutalen Grooves mit sichtbarer Begeisterung. Es war ein Set, das nicht auf Showeffekte setzte, sondern auf pure, rohe Wucht – und genau das funktionierte hervorragend.
Hippotraktor sorgten anschließend für einen atmosphärischen Wechsel. Ihr progressiver, vielschichtiger Sound füllte den Platz mit einer Mischung aus melodischer Weite und technischer Präzision. Die Band baute ihre Songs langsam auf, ließ Spannungsbögen wachsen und entfaltete eine Klanglandschaft, die sowohl zum Lauschen als auch zum Bangen einlud. Die Fans standen dicht vor der Bühne, ließen sich von den hypnotischen Rhythmen tragen und feierten die intensiven Instrumentalpassagen. Ein Set, das musikalisch herausragte und die Vielfalt des Festivals unterstrich.
Mit Gaerea wurde es schwarz – im wahrsten Sinne. Die maskierten Musiker brachten eine bedrückende, fast ritualhafte Atmosphäre auf die Bühne. Ihr Black‑Metal‑Sound wirkte kalt, intensiv und emotional aufgeladen. Die Band spielte mit einer Präsenz, die man nicht oft sieht: kontrolliert, kraftvoll und mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, die das Publikum sofort erreichte. Die Fans reagierten mit stiller Faszination, erhobenen Fäusten und lautem Jubel zwischen den Songs. Ein Auftritt, der das Festival für einen Moment in eine andere Welt tauchte.
Vader übernahmen den Abend mit der Routine und Wucht einer Band, die seit Jahrzehnten zu den zuverlässigsten Live‑Abrissbirnen des Death‑Thrash gehört. Ihr Set war schnell, präzise und gnadenlos. Die Riffs flogen, die Drums hämmerten, und die Fans verwandelten den Bereich vor der Bühne in ein einziges, tobendes Meer aus Bewegung. Die Band wirkte fokussiert, spielfreudig und absolut souverän. Ein klassischer Vader‑Abriss, der das Energielevel des Festivals noch einmal deutlich nach oben schob.
Pain setzten als Headliner den perfekten Abschluss für den ersten Festivaltag. Peter Tägtgren und seine Mitstreiter brachten eine Mischung aus Industrial‑Metal, elektronischen Elementen und eingängigen Hymnen auf die Bühne, die sofort zündete. Die Lichtshow wirkte stark, die Beats drückten, und die Fans sangen lautstark mit. Pain lieferten ein Set, das gleichzeitig tanzbar, hart und voller Energie war – ein Finale, das den Dreiländergarten bis spät in die Nacht in Bewegung hielt. Die Band präsentierte sich humorvoll, nahbar und mit jener unverwechselbaren Mischung aus Härte und Entertainment, die ihre Shows so besonders macht.
Es war ein super erster Festivaltag, selbst die drückende Sommerwärme konnte die Fans der harten Klänge nicht vom Feiern abhalten!!!!