Der Donnerstagabend in Schopfheim begann mit einer Mischung aus Vorfreude und leichtem Nervenkitzel, denn dunkle Wolken über dem Marktplatz, drückende Luft, die nach Sommerregen und Gewitter roch, und ein Publikum, das sich trotz der Wetterlage nicht die Laune verderben ließ. Das Summersound Festival ist bekannt für seine Nähe, seine besondere Stimmung und die Art, wie die Stadt an diesen Tagen zu einem Treffpunkt für Rockfans aus der ganzen Region wird. Der Marktplatz war gut gefüllt und die Stimmung hervorragend – ein typischer Schopfheim‑Abend eben.
Den Auftakt machten Fireborn aus Lörrach, die sich in den letzten Jahren mit jeder Show ein Stück weiter nach oben gespielt haben. Ihr Mix aus modernem Hardrock, Metal‑Einflüssen und Classic‑Rock‑Seele funktionierte auch unter nassem Himmel hervorragend. Frontfrau Jenny stand wie immer im Zentrum des Geschehens, wechselte mühelos zwischen kraftvoller Präsenz und emotionalen Momenten und zog die Fans sofort in ihren Bann. Die Band wirkte eingespielt, selbstbewusst und voller Energie – man spürte, wie sehr sie die Nähe zur Heimat und die wachsende Fanbase motiviert. Trotz Regen standen die Zuschauer dicht vor der Bühne, feierten, sangen und ließen sich von der Dynamik der Band mitreißen. Fireborn lieferten ein Set, das nicht nur überzeugte, sondern einmal mehr zeigte, warum ihr Erfolg von Show zu Show wächst. Da war auch der Anfängliche Regen schnell vergessen, man könnte auch sagen die Show war so spitze, dass selbst der Himmel vor Freude weinte!!!
Nach einer kurzen Umbaupause gehörte der Marktplatz den Schweizer Hardrock‑Legenden Gotthard, die im Rahmen ihrer Stereo Crush Tour Halt in Schopfheim machten. Der Regen hatte nun aufgehört, die Temperaturen etwas niedriger und die Stimmung förmlich am Kochen. Die Vorfreude auf den Hauptact war zu jeder Sekunde spürbar. Gotthard starteten druckvoll in den Abend, mit jener Mischung aus Präzision, großen Melodien und kernigen Riffs, die ihre Live‑Shows seit Jahrzehnten prägt.
Nic Maeder überzeugte mit starker Stimme und viel Nähe zum Publikum, während Leo Leoni und Marc Lynn wie ein perfekt eingespieltes Uhrwerk agierten. Die neuen Songs vom Album Stereo Crush – darunter „Heaven“ und „Anytime, Anywhere“ – fügten sich nahtlos in das Set ein und wirkten live noch kraftvoller als auf Platte. Die Klassiker sorgten für laute Reaktionen, Mitsingen und strahlende Gesichter, die Stimmung blieb während dem Set durchgehend auf einem hohen Level. Die Fans feierten, als wäre es ein lauer Sommerabend, und die Band gab ihnen genau das, was sie wollten: ehrlichen, druckvollen Hardrock ohne Kompromisse.
Gotthard präsentierten sich selbstbewusst, routiniert und gleichzeitig spürbar hungrig – eine Band, die ihre Geschichte kennt, aber weiterhin mit voller Leidenschaft nach vorne spielt. Der Regen verwandelte den Marktplatz in eine glänzende Bühne, die Lichter spiegelten sich im nassen Boden, und die Musik trug über die Dächer der Altstadt hinweg. Es war einer dieser Konzertabende, an denen Wetter keine Rolle spielt, weil die Energie zwischen Band und Publikum stärker ist als jede Wolke, jede schwüle Luft.
Als die letzten Akkorde verklangen, blieb ein Eindruck, der diesen Abend perfekt beschreibt: Schopfheim hat wieder einmal gezeigt, wie viel Herz in diesem Festival steckt. Fireborn und Gotthard überzeugten auf ganzer Linie – und machten aus einem nassen Donnerstag einen großartigen Rockabend.