31. Januar 2009 - Mittelalter Hallen Markt in Fellbach

Jessica wird bissig
Jessica wird bissig

In den frühen Morgenstunden des 31. Tages im Januar machten wir uns auf, bei frostigen Temperaturen, das schwäbische Fellbach unsicher zu machen. Wir mussten nur unsere Mitreisenden Conny und Sonja mit in unser Gefährt nehmen und waren auch schon auf der großen Fahrt. Wir wollten ja wieder unsere Gewandungen genießen, vor allem Jessica, die sich langsam aber sicher in eine Mischung aus Elfe und Vampir verwandelt, also so  zu sagen eine „Dunkelelfe“.

Die Hallenkonstruktion
Die Hallenkonstruktion

Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr freuten wir uns darauf, den Saisonstart mit vielen, uns sehr lieb gewonnen, zu begehen. Kurz nach Beginn der Veranstaltung erreichten wir die „Alte Kelter“ in Fellbach. Eine traumhafte Kulisse für einen Mittelaltermarkt. Im Fachwerkstil erbaut und mit einer freitragenden Holzdach-Konstruktion - die größte Deutschlands, und zu unser aller Wohl auch noch eine Fußbodenheizung, die es erlaubte, den Markt ohne Umhänge zu genießen.

Sonja, Kelvin und Jessica
Sonja, Kelvin und Jessica

Der Tag war wunderbar, als erstes trafen wir Herb wieder, den Herren des Zeitreisealbums, der wie immer bester Stimmung war. Auch Uta und Rico ließen nicht lange auf sich warten, die leider ohne die angekündigte Begleitung kamen (das wird dann ein anderes Mal sicher klappen) und zu der Mittagsstunde traf dann auch Dirk (Rungholts Sippe) mit seinen Wikingern ein. Tolle und lange austauschende Gespräche umrahmten den ganzen Tag. Unterhaltung und viel Abwechslung bot der Tag durch diverse Gaukler und Musiker. Einer der Höhepunkte waren natürlich die Auftritte von Kelvin Kalvus und Cultus Ferox, die die Halle beim Abendkonzert zum Beben brachten, bei den Auftritten während der Mittagsstunden liesen sie diese Power wohl vermissen.

Ein besonderes Erlebnis hatten wir doch beim Mittagessen. Dort wurde Jessica von Michael Olbrich (Midgard’s Pfeilmacherey) auf ihren Elbenbogen angesprochen, bzw. gefragt wo wir den denn her hätten. Auf die Antwort: „Aus dem magischen, die Welt umspannenden Netze, aus dem Hause EBAY“ lachte er und wollte wissen, ob wir denn wüssten was das für ein Bogen sei. Jessica wusste es ja, dass der Bogen ein „Nachbau“ aus Herr der Ringe ist aber was uns dann Michael erzählte dass war dann doch sehr überraschend. Er würde Filmrequisiten herstellen und sei auch selber oft Statist oder auch Film Double für Bogenszenen.

Von diesen Bögen hätte er 20 Stück hergestellt für „Herr der Ringe“ und dies wäre einer davon, also sollte es wohl ein Original Requisit sein. (na sehr abenteuerlich). Und ich glaube es ist auch nur eine Lüge. Ein Händler den man von sämtlichen Märkten verbannen sollte. Hierzu ein kleiner Bericht aus der Augsburger Allgemeinen:

 

Wickies wahrer Bogenbauer

02.11.2009 04:50 Uhr

Von Martin Gah

 

Rechbergreuthen Wenn Wickie in Bully Herbigs Kinoschlager seinen Bogen gegen den schrecklichen Sven und seine Kumpane erhebt, dann ist ein Produkt aus dem Landkreis Günzburg zu sehen. In Rechbergreuthen wohnt der kleine Bogenbauer Lando Benedikt Schürz (12), der vor eineinhalb Jahren aus Zusmarshausen zugezogen ist. Der fast gleich alte Wickie-Darsteller Jonas Hämmerle schießt mit Landos erstem Bogen, den er im Alter von zehn Jahren unter Anleitung seines Vaters baute. Aber im Gegensatz zu Jonas war Lando zur Premiere nicht eingeladen. Denn der Kontakt zu den Produktionsfirmen herbX Film und Rat Pack entstand über einen Mittelsmann. Und der gab Landos Arbeit als die seine aus.

Aus dem Bogen rausgewachsen

Der Bogner Michael Olbrich aus Augsburg sah den Schürz-Bogen in der dortigen Tai-Chi-Schule von Vater Manfred. Lando selbst konnte seinen Bogen nämlich nicht mehr benutzen: „Er hat sich bei seinem ersten Bogen sehr viel Zeit gelassen. Deshalb hielt der Bogen seinem Wachstum nicht stand. Also taugte die Waffe nur noch als Ausstellungsstück“, erklärt Manfred Schürz. Michael Olbrich aus Augsburg suchte in Bully Herbigs Auftrag nach Bögen für den Wickie-Film und meinte spontan: „Genau den braucht Bully!“

Schließlich konnte er Lando davon überzeugen, sich für die Zeit der Dreharbeiten von seinem Bogen zu trennen. Und Lando verlangte nur eine bescheidene Gegenleistung: 100 Euro Leihgebühr, einen Satz Pfeile und Premierenkarten. Vater Manfred fertigte sogar noch auf Wunsch der Filmfirmen zwei Repliken des Bogens. Doch der Mittelsmann Olbrich hielt die Familie Schürz lange hin. Über Monate hieß es nur: „Bully hat jetzt keine Zeit!“ So wurde es nichts mehr mit den Premierenkarten. Schließlich wandte sich die Familie direkt an die Produktionsfirma Rat Pack. Dort wusste man nichts von Landos Ansprüchen. Michael Olbrich hatte nämlich gegenüber Bully Herbig - und sogar gegenüber der Lokalredaktion der Augsburger Allgemeinen - angegeben, der Bogen stamme aus seiner eigenen Werkstatt.

Aber Familie Schürz hatte den Bogen abfotografiert, bevor sie ihn aus der Hand gab. Außerdem hatte Lando den Bogen mit seiner Unterschrift versehen, versteckt unter dem Ledergriff. So konnte Familie Schürz belegen, dass es sich tatsächlich um Landos Erzeugnis handelte. Die Produzenten Bully Herbig und Christian Becker versuchten nach Kräften, den Schaden zu ersetzen. So sendeten sie der Familie eine Replik des Bogens mit Unterschriften von Wickie-Darsteller Jonas Hämmerle und dem Darsteller des Halvar, Waldemar Kobus. Produzent Christian Becker war sehr verärgert über das Verhalten des Mittelsmannes Olbrich: „Hätten wir gewusst, dass Wickies Bogenbauer fast genau so alt ist wie Wickie, wäre das eine gute Werbung für den Film gewesen.“

Auch Landos Mutter Sigrid ist empört: „Kinder betrügt man nicht!“, sagt sie. Schließlich hat Lando seine ganze Familie mit der Begeisterung fürs Bogenschießen angesteckt. Auf einem Mittelaltermarkt im württembergischen Stetten kaufte er sich seinen ersten Bogen. Bruder Ramon zog nach, und so gingen auch die Eltern mit nach Ellerbach zum Parcoursschießen. Seit vier Jahren fertigen nun bereits alle Mitglieder der Familie Schürz ihre Bögen selbst, nach historischen Vorbildern und ausschließlich aus Holz. Also nicht mit Glaslaminat, wie heute bei Sportbögen üblich.

Ihre Bögen verkaufen sie auf Bestellung auch an andere Schützen. Auch die sportlichen Erfolge der Familie Schürz sind beachtlich, vor allem die der Kinder: Landos Bruder Ramon (13) wurde 2008 Deutscher Meister und hält den aktuellen deutschen Rekord, Lando selbst wurde Deutscher Vizemeister.

Die Bögen aus der Werkstatt von Familie Schürz - auch Repliken des Wickie-Bogens - können im Internet bestellt werden.

www.bognerin.de

So aber nun genug geschrieben, die Eindrücke des Marktes könnt Ihr wie immer nun in Bildform sehen.

Vorher aber noch ein kleines Video vom wahren Super Talent! Kelvin Kalvus