12. Juli 2025 - Das Festival - 100 Jahre Musikverein Degerfelden / Von Folk bis Fätt

Ein Abend der Grenzen sprengte

Nach dem fulminanten Start am Freitag ging das Jubiläumswochenende des Musikvereins Degerfelden am Samstag mit einem Knall weiter. Die ersten Programmpunkte haben wir verpasst (Kindernachmittag und das Abschlusskonzert 2-1-1). Wir starteten den Abend der unter dem Motto „Von Folk bis FÄTT“ stand, ab 17 Uhr. Hier erwartete die Zuschauer ein musikalisches Feuerwerk, das an Vielseitigkeit, Energie und Einfallsreichtum kaum zu übertreffen war. Die Festwiese war wieder gut besucht, die Stimmung ausgelassen, das Wetter angenehm sommerlich mild – ein perfekter Rahmen für einen Abend, an dem Blasmusik in all ihren zeitgemäßen Formen gefeiert wurde. Den Anfang machte Quattro Poly, das siebenköpfige Ensemble aus dem Allgäu, das problemlos zwischen traditioneller Blasmusik und modernen Eigenkompositionen wechselte. Mit elegantem Sound, sichtlicher Freude am Spielen und humorvollem Charme schlug die Truppe eine Brücke zwischen den verschiedenen Stilen. Ihre präzisen Bläsersätze, beeindruckenden Soli und der starke Groove von Schlagzeug und Tuba sorgten nicht nur für Erstaunen, sondern auch für viel Bewegung unter den Zuschauern. Ein toller Auftakt für einen langen, unterhaltsamen Abend.

Im Anschluss legte die Blaskapelle Gehörsturz noch eine ordentliche Portion Energie drauf. Was einst in einem Proberaum in Tirol begann, steht heute für erstklassige Pop-Rock-Blasmusik – und genau das wurde dem Publikum geboten. Mit schnellen Choreografien, einem breiten Repertoire von rockigen Covers bis hin zu eigenen Songs und einer mitreißenden Bühnenpräsenz verwandelte sich der Platz in einen brodelnden Kessel. Die Musiker schafften es, mit ihrer Mischung aus traditionellen Blechinstrumenten und moderner Partypower eine Atmosphäre zu schaffen, in der der Funke von Anfang an übersprang – und nicht mehr aufhörte zu brennen. Endgültig hatten sie mich Persönlich beim Rammsteincover „Engel“. Was hier geboten wurde war einfach nur Qualität und ganz viel Power!

Als Höhepunkt des Abends stürmten schließlich die Jungs von Fättes Blech die Bühne – und mit ihnen kam ein musikalisches Gewitter auf Degerfelden zu. Hip-Hop, Funk, Daft Punk und Peter Fox im Brass-Stil, kombiniert mit ausgefeilter Action, kraftvollem Gesang und dem vollen Einsatz jedes einzelnen Musikers: Das war mehr als ein Konzert, das war der Wahnsinn! Die Menge tanzte, sprang, sang – und verschmolz mit der Band. Egal welchen Song sie auch dem feiernden Publikum präsentierten – alles wurde live, auswendig, mit vollem Körpereinsatz und direktem Kontakt zur feiernden Meute vor der Bühne zelebriert. „Fätt“ war nicht nur der Sound, sondern auch das Erlebnis. Was bleibt, ist der Eindruck eines Konzertabends, der keine Genregrenzen kannte, sondern sie mit Macht sprengte – ein Fest der Blasmusik, das sich mit einem fetten Ausrufezeichen in die Köpfe und Herzen brannte.

Aber das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die super Organisation des ganzen Festes, durch den Musikverein Degerfelden und allen helfenden Vereinen. Da kann man nur voller Freude auf den dritten Festivaltag warten und diesen dann natürlich vollends geniessen. Eines steht mit Sicherheit Fest, nach den ersten zwei Festivaltagen konnte mich sowohl der Musikverein Degerfelden mit einer unvergesslichen Show am Freitag als auch die drei Bands vom Festival Samstag davon überzeugen dass Blasmusik auch in ganz andere Richtungen gehen kann!!!!  

Quattro Poli

Blaskapelle Gehörsturz

Fättes Blech

Impressionen von Gelände