Der Abend des Eye See You Festival im Werkk Baden präsentierte sich als kompakte und kraftvolle Ausgabe – ein gelungener Rahmen für Schweizer Bands, die in ihren Genres mit Energie und Leidenschaft agierten. Die Türen öffneten sich um 16 Uhr, und weit nach Mitternacht war der Bühnentag mit dem Set von A Small District zu Ende. Schon beim Opener, der vierköpfigen Formation Akudama aus Basel, war spürbar, dass hier niemand gemütlich seine Runde drehen, sondern direkt losgelegt wurde. Die Mischung aus 2000er-Metalcore-Attitüde und modernen Elementen sorgte für einen frischen Start, die Band wirkte ambitioniert und spielfreudig – trotz der vergleichsweise. frühen Stunde war das Publikum vor der Bühne aufmerksam und wurde zunehmend vom Sound mitgenommen.
Weiter ging es mit End Of Silence: Das Trio zeigte eindrücklich, wie grosse Melodien, kompromisslose Haltung und echte Energie in einer Show zusammenspielen können. Laut Bandinfos setzt sich die Gruppe seit 2008 konsequent jenseits des Mainstreams ein. Auf der Bühne wirkte die Band gefestigt, die Instrumente präzise, der Schlagzeug-Part treibend kraftvoll, und es entstand ein Zusammenspiel, das sich mehr als greifbar anfühlte – schlicht aber extrem wirkungsvoll.
Mit Uncircle folgte ein echtes Kraftpaket. Die Band, die sich 2023 umbenannte und mit ihrem Album „Via Dolorosa“ ihren modernen Metalcore-Sound mit industriellen Einflüssen präsentierte, zeigte sich voller Spielfreude. Der Sound war teils brachial, teils melodisch, man spürte die Groove-Grundlage ebenso wie die Verankerung in der Core-Szene. Das Publikum im Werkk wurde merklich aktiver, die Stimmung zog an. Das waren schon einmal 3 super Bands die das Werkk auf den ersten Höhepunkt dieses Konzertabends vorbereiteten.
Es übernahmen die Organisatoren des Festivals selbst die Bühne: Ophelia’s Eye mit ihrem modernen Metal zwischen Melodic Death und Metalcore. Die Band agierte mit einer spürbaren Verbindung zum Publikum – „Die Offenheit im Umgang mit dem Publikum scheint mir die beste Voraussetzung für erfolgreiche Shows…“. Ophelia’s Eye lieferten eine Show mit klarer Visitenkarte: präzise Riffs, das Wechselspiel zwischen harschen Vocals und klaren Gesangslinien und eine Atmosphäre, die den Raum ruhig, aber zugleich intensivierte. Ich durfte sie zum ersten Mal in dieser Besetzung erleben und kann sagen: seit dem letzten Mal noch druckvoller, noch spielfreudiger, mit noch mehr Power – einfach nur wow. Ein wirklich toller Moment war das Gesangsduett von Jan Brasser mit Corinne Ryther, das auch zeigte, was bei dieser Band noch alles möglich ist!
Der Headliner Expellow war schon vorab mit grossem Potenzial angekündigt: Wacken-Metal-Battle-Gewinner 2025, eine Band mit viel Show- und Energieanspruch. Dieses Versprechen wurde eingelöst: Ein ausgewogenes Paket aus melodischen Elementen, Screams und Breakdowns, das das Publikum mitriss und klar machte, warum diese Band im nationalen Kontext immer weiter vorne mitspielt. Auf der Bühne und auch im Publikum wurde es nun spürbar wilder, die Energie sprang nahtlos über! Expellow überzeugten auf ganzer Linie.
Zum Abschluss übernahm dann noch A Small District, eine Nu-Metal-Formation mit Elektronik‐Einschlag. In der späteren Stunde war die Stimmung immer noch locker – die Band nutzte die Gelegenheit, ein möglichst mitreissendes Finale zu liefern, bei dem Groove, Stimme und Show zusammenspielten und die Besucher nochmals gemeinsam kräftig feierten.
Organisiert wurde das Festival von Ophelia’s Eye rund um Corinne Ryter und ihr engagiertes Helferteam. Mit dem Werkk Baden wurde erneut eine passende Location gewählt – übersichtlich, mit guter Akustik und angenehmer Atmosphäre. Alles wirkte stimmig und durchdacht, von der Organisation bis zum Ablauf. Die familiäre Stimmung blieb dabei jederzeit spürbar, was das Eye See You Festival einmal mehr zu einem besonderen Treffpunkt für die Schweizer Metalszene machte.