Mystery waren zurück im Z7 – und das nach sechs langen Jahren. Viele im Publikum hatten diesen Abend herbeigesehnt, und schon mit den ersten Klängen zeigte sich, dass sich das Warten gelohnt hatte. Die Kanadier präsentierten ihren melodischen, atmosphärischen Prog-Rock mit jener Mischung aus Gefühl, Präzision und Spielfreude, die sie seit Jahren auszeichnet. Passend zum Tourtitel stand alles im Zeichen des Albums Delusion Rain, das sein zehnjähriges Jubiläum feiert und für die aktuelle Bandformation ein wichtiger Meilenstein war.
Musikalisch boten Mystery alles, wofür sie geschätzt werden: weit angelegte Klanglandschaften, detailreiche Arrangements und ein harmonisches Zusammenspiel, das stets dem Song dient. Frontmann Jean Pageau überzeugte mit klarer Stimme und sympathischer Ausstrahlung, während Michel St-Père und seine Mitmusiker mit viel Gefühl und technischer Finesse ein dichtes, atmosphärisches Klangbild schufen. Das Publikum nahm die ruhigen wie die kraftvollen Momente gleichermaßen aufmerksam auf – man spürte, dass hier viele echte Fans im Z7 standen, die die Entwicklung der Band über die Jahre begleitet haben. Manche Textpassage wurde textsicher mitgesungen, doch im Vordergrund stand sichtlich der Genuss, den sich aufbauenden Klangwelten zu lauschen und diese voll auszukosten.
Am Ende blieb der Eindruck eines intensiven und in sich vollkommen stimmigen Konzerts. Mystery bewiesen einmal mehr, dass sie mit ihrer Musik Herz und Kopf gleichermaßen ansprechen. Keine großen Gesten, kein übertriebener Showeffekt – einfach ehrlicher, emotionaler Prog-Rock auf höchstem Niveau. Ein Abend für alle, die sich von Musik tragen lassen möchten. Nach einem rund 160-minütigen Set dürfte bei den Fans kein Wunsch offen geblieben sein.