Wenn in der Konzertfabrik Z7 die Worte „Thrash of the Titans“ auf dem Programm stehen, weiß man: An diesem Konzertabend wird es laut, kompromisslos und legendär werden. Aber nicht nur das, es wurde auch voll in der Konzerthalle, bis auf den letzten Platz, denn nur wenige Tage vor dem Konzertabend meldete die Konzertfabrik Z7 !!!Ausverkauft!!!! Und so bebte an diesem Konzertabend der Pratteler Rocktempel unter einem Viererpaket, das in Sachen Härte und Spielfreude kaum zu überbieten war. Testament, Obituary, Destruction und Nervosa sorgten für einen Abend, der einmal mehr bewies, warum das Z7 seit Jahrzehnten als Pilgerstätte für echten Metal gilt.
Den Auftakt machten Nervosa, die pünktlich um 18:30 Uhr loslegten und das Publikum sofort auf Betriebstemperatur brachten. Die brasilianisch-griechische Formation präsentierte sich wild, eingespielt und hochmotiviert. Songs wie Seed of Death und Kill the Silence kamen mit ordentlich Druck aus den Boxen, während Frontfrau Prika Amaral und ihre Mitstreiterinnen unmissverständlich klarmachten, dass sie als Opener keine Kompromisse machen. Der Sound war druckvoll, das Licht hart und passend und die Stimmung bereits großartig.
Nach kurzer Umbaupause hieß es: Bühne frei für Destruction. Die Thrash-Pioniere aus Weil am Rhein ließen sich nicht lange bitten und starteten mit Curse the Gods und Nailed to the Cross in ein gnadenloses Set. Schmier führte gewohnt souverän durch die Show, das Publikum war sofort voll dabei. Der Sound war laut, roh und typisch Z7 – in the middle of the Face. Klassiker wie Mad Butcher oder Bestial Invasion sorgten für einen tobenden Moshpit, während Stroboskop-Gewitter und hintergründiges Licht für eine intensive Atmosphäre sorgten. Mit No Kings, No Masters setzte Schmier ein deutliches Statement zur Weltlage, bevor Thrash Til Death und Destruction das Set mit einem kräftigen Donnerhall beendeten. Wow war das ein Auftritt!!!!!
Dann wurde es dunkler, die Stimmung und der Nebel auf der Bühne dichter – Obituary übernahmen. Die Death-Metal-Legenden aus Florida feierten mit ihrem Set nicht nur 35 Jahre Cause of Death, sondern lieferten auch einen Sound, der so wuchtig war, dass er durch Mark und Bein ging. Von Redneck Stomp bis Slowly We Rot präsentierten sie ein Best-of ihrer Karriere – dröhnend, erdig und mit unverwechselbarem Groove. John Tardy growlte sich durch die Setlist, als gäbe es kein Morgen, während die Band ein Bollwerk aus Groove und Schwere errichtete. Circle of the Tyrants – das obligatorische Celtic-Frost-Cover – wurde mit mächtigem Jubel aufgenommen. Der Sound war perfekt ausbalanciert, die Band sichtlich gut drauf – für viele Fans der Höhepunkt des Abends.
Als schließlich das bekannte Fight for Your Right (To Party)-Intro erklang, war der Moment gekommen: Testament betraten die Bühne – und das Z7 explodierte. Chuck Billy, Alex Skolnick und Co. legten mit D.N.R. und WWIII los und machten sofort klar, wer hier der Herr im Thrash-Haus war. Der Sound war anfangs etwas unruhig, stabilisierte sich aber schnell, und dann rollte eine Welle aus Power, Groove und Präzision durch den Saal. Mit Infanticide A.I. und Shadow People präsentierten sie zwei brandneue Songs vom kommenden Album Para Bellum – und das Publikum lauschte aufmerksam, bevor es bei Klassikern wie Practice What You Preach, Low und Into the Pit endgültig durchdrehte. Chuck Billy zeigte sich stimmlich stark und gewohnt charismatisch, während die Band als perfekt geölte Maschine durch ihr rund 80-minütiges Set pflügte.
Vier Bands, viermal pure Wucht – Thrash of the Titans im Z7 war ein Triumphzug durch fast vier Jahrzehnte Metalgeschichte. Nervosa überzeugten mit jugendlicher Wut, Destruction mit deutscher Präzision, Obituary mit brachialer Schwere und Testament mit ungebrochener Klasse. Ein Abend, der keine Verschnaufpause ließ – laut, intensiv und schlichtweg großartig. Das Z7 zeigte sich einmal mehr als das, was es ist: das Herzstück der harten Musik im Dreiländereck.