Warren Haynes Band – Zwischen Southern Soul und beseeltem Bluesrock
Ein lauer Sommerabend, eine entspannte Konzertfabrik – und auf der Bühne ein Musiker, der amerikanische Musikgeschichte atmet: Warren Haynes war mit seiner aktuellen Solo-Tour zu Gast in der Konzertfabrik und schenkte dem Publikum einen Abend voller Seele, Tiefe und meisterhafter Gitarrenarbeit. Ganz ohne Vorband und großes Brimborium begann der Ausnahmegitarrist recht pünktlich – und schon nach wenigen Takten war klar: Das hier war kein gewöhnliches Konzert, das war ein musikalisches Erlebnis.
Mit seiner markanten, soulgetränkten Stimme und seiner fast schon unverschämt lässigen Präsenz auf der Bühne entführte Haynes das Publikum in eine Welt zwischen Southern Rock, Funk und Blues – getragen von einer All-Star-Band, die jeden Ton mitfühlte. Terence Higgins am Schlagzeug, Mule-Bassist Kevin Scot sorgten für einen dichten, warmen Soundteppich, auf dem sich Haynes' Gitarrenlinien wunderbar entfalten konnten. Songs wie „Tear Me Down“, „From A Whisper To A Scream“ oder „Power And The Glory“ wirkten live noch tiefgründiger als auf den Studioalben. Viele der Songs waren auch von dem Studioalbum Million Voices Whisper, das diesen Auftritt prägte.
Dabei ging es nicht um Showeffekte oder große Gesten – sondern um musikalische Klasse, Spielfreude und Atmosphäre. Jeder Song wurde zum Klanggemälde, getragen von dieser rauen, ehrlichen Stimme und einer Band, die jede Nuance auskostete. Nach gut zwei Stunden schloss sich der musikalische Kreis – ein Abend für Liebhaber echter Handwerkskunst, ein Auftritt, der mehr war als ein Konzert: ein stimmungsvolles Statement in Sachen Gefühl, Virtuosität und musikalischer Wahrhaftigkeit.