Wehr dreht auf – und wie! Schon zum dritten Mal hieß es „Wehr dreht auf“ – und diesmal war es mehr als ein Konzert: Es war ein kraftvolles Statement für die lokale Rock- und Metalszene. Hinter der Stadthalle füllte sich der Platz bei noch super Wetter und schon ausgelassener Stimmung, als Full Stop aus Freiburg den Abend eröffnete. Die Female-fronted Modern-Metal-Formation brachte nicht nur ordentlich Druck auf die Bühne, sondern überraschte mit einer intensiven Mischung aus Härte, Emotion und Tiefgang. Sängerin Linda glänzte mit starker Stimme, Gitarristin Mandy setzte markante Akzente, und das Rhythmusduo Heffer und Ritschy legte das Fundament für einen Auftritt, der das Publikum von Beginn an fesselte – mit Haltung, mit Wucht und ganz ohne leere Posen. Immer wieder wurde das Publikum zum kräftig mitfeiern animiert, was aber zu der frühen Stunde nicht immer gelang. Doch an der Energie von Full Stop kann dies mit Sicherheit nicht gelegen haben.
Danach hieß es Heimvorteil nutzen – und das taten die Rockxidados mit einem energiegeladenen Set, das die Rockgeschichte feierte. Motörhead, Maiden, Rage Against the Machine – wer auf die Klassiker stand, kam voll auf seine Kosten. Die fünf Jungs aus Wehr lieferten eine authentische Rockshow, die den Platz beben ließ. Es wurde laut, es wurde schweißtreibend – und es wurde gefeiert. Besonders stark: Die Band interpretierte die Covers mit spürbarer Spielfreude und einer charmanten Kante, die dafür sorgte, dass sich niemand nur wie auf einer Nostalgie-Reise fühlte. Das war handgemachter Rock mit Eiern – direkt aus der Region. Nun war auch vor der Bühne definitiv mehr los, wobei diejenigen, die später kamen, hatten einen super Opener verpasst - feierten jetzt aber umso mehr!!
Den Schlusspunkt setzten die Lokalhelden von OELCH, die nicht nur musikalisch ablieferten, sondern als Mitbegründer des neuen Vereins Endless Rock e.V. auch hinter den Kulissen die Fäden zogen. Was die fünf Wehrer dann aber auf der Bühne boten, war pure Leidenschaft. Mit einer wilden Mischung aus Punk, Rock und Metal spielten sie sich quer durch ihr Debüt „Broken“, zeigten aber auch neue Songs – roh, ehrlich, laut. Die Texte trafen ins Schwarze, das Zusammenspiel passte – und mit jedem Song wurde klar, wie sehr diese Band für ihre Musik und ihre Stadt brennt. Ein würdiger Abschluss für ein Festival, das mehr war als nur Musik: Es war ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, für Szene – und für das, was in Wehr noch alles möglich ist.
Als Fazit kann man klar zusammenfassen: Was „Wehr dreht auf“ in diesem Jahr erneut bewiesen hat: Hier geht es nicht nur um Musik, sondern um Herzblut, Miteinander und den festen Willen, der lokalen Rock- und Metalszene eine Plattform zu geben. Der neu gegründete Verein Endless Rock e.V. hat das Festival mit viel Engagement auf die Beine gestellt – und man spürte in jeder Ecke, wie viel Leidenschaft dahintersteckt. Von der Technik bis zur Bewirtung, vom reibungslosen Ablauf bis zur Aftershowparty in der Stadthalle: Alles war durchdacht, familiär und nah dran am Publikum. Dieses Jahr bestand sogar die Möglichkeit sich vor Ort ein Tattoo stechen zulassen, wie bei den großen Festivals! Ein Festival ohne große Allüren, aber mit umso mehr Authentizität. Wenn ein Regenschauer im Anmarsch war, wurden ruck zuck noch ein paar größere Pavillions vor den bereits geschützten Bühnen Bereich geholt, fehlte irgendwo etwas, dann sicher nicht lange. Wehr hat wieder aufgedreht – und das mit Stil, Haltung und einer starken Botschaft: Rock und Metal leben. Auch und gerade bei diesen kleineren Festivals!