Wie so oft öffnete das SAK Altes Wasserwerk in Lörrach am frühen Freitagabend seine Türen für das Metal Café – einen festen Treffpunkt für Metal-Fans aus dem Dreiländereck. Die familiäre Atmosphäre, die kurzen Wege zur Bühne und das direkte Miteinander zwischen Bands und Publikum machen den besonderen Reiz dieser Konzertreihe aus, die von den Metal Maniacs seit vielen Jahren mit viel Leidenschaft organisiert wird. Schon früh füllte sich der Saal, Gespräche an der Bar mischten sich mit dem Klirren von Bierflaschen, während sich die ersten Besucher vor der Bühne sammelten und gespannt auf den Start des Konzertabends warteten.
Den Auftakt übernahmen LEBENSSTILLE, die mit ihrem Blackened Death Metal direkt eine düstere, druckvolle Grundstimmung setzten. Die Band verband brachiale Riffs mit finsteren Melodien und einem wuchtigen Schlagzeugfundament. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Atmosphäre vor der Bühne: Köpfe begannen zu kreisen, Fäuste gingen nach oben, und das Publikum ließ sich schnell von der rohen Energie der Songs mitreißen. LEBENSSTILLE nutzten ihre Spielzeit effektiv und lieferten einen kompromisslosen Einstieg in den Abend.
Nach der Umbaupause betraten APOSTASIE die Bühne und brachten eine andere, fast epische Facette des Black Metals ins Spiel. Die deutsche Formation verbindet melodischen Black Metal mit Folk-Elementen und historischen Themen – unter anderem verarbeitet ihr Debütalbum “Non Est Deus” kirchenhistorische Ereignisse und religiöse Dogmen in kritischer Form. Charakteristisch ist dabei der Einsatz einer Drehleier, die den Songs eine mittelalterlich anmutende Atmosphäre verleiht und live für eine besondere Klangfarbe sorgt. Diese Mischung aus harten Gitarren, dunklen Melodien und folkigen Elementen funktionierte auch im SAK hervorragend. Die Band wirkte konzentriert und eingespielt, während sich vor der Bühne eine spürbar dunklere Metal Stimmung entwickelte – mal lauschend, wenn die melodischen Passagen Raum bekamen, mal deutlich bewegter, sobald die Songs wieder Fahrt aufnahmen. Der Abend gewann damit hörbar an Dynamik.
Mit TOWARD THE THRONE folgte anschließend internationale Verstärkung aus Frankreich. Die Band, die seit 2012 aktiv ist, bewegt sich stilistisch zwischen progressivem Melodic Death Metal und atmosphärischem Blackened Death Metal und hat sich mit Veröffentlichungen wie “Vowed to Decline” sowie dem aktuellen Album “Midnight” einen Namen im Underground gemacht. Ihre Songs leben von starken Kontrasten: aggressive Blastbeats, melodische Gitarrenparts und atmosphärische Passagen greifen ineinander und erzeugen eine dichte Stimmung. Genau diese Mischung funktionierte auch live hervorragend. TOWARD THE THRONE bauten ihre Songs mit viel Dynamik auf, wechselten geschickt zwischen Brutalität und Melancholie und hielten die Aufmerksamkeit des Publikums über die gesamte Spielzeit hinweg hoch. Vor der Bühne wurde es nun auch noch einmal deutlich lebhafter – die Crowd reagierte spürbar auf die intensiven Songstrukturen und die druckvolle Performance der Franzosen.
Den Abschluss des Abends übernahmen schließlich NORNIR, die mit ihrem traditionellen Black Metal noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre erzeugten. Die Band aus Sachsen greift stilistisch stark auf die Ästhetik der 90er-Jahre zurück – Corpsepaint, Spikes und eine bewusst düstere Bühnenpräsenz gehören ebenso dazu wie die thematische Nähe zu nordischer Mythologie und Spiritualität. Musikalisch setzen NORNIR auf frostige Tremolo-Riffs, treibende Drums und die markanten Screams von Frontfrau Lethian, die den Songs eine eindringliche Intensität verleihen. NORNIR überzeugten mit einer Mischung aus roher Energie und versteckter Melodik, die live hervorragend funktioniert. Im SAK entfaltete sich genau dieser Sound besonders dicht: Das Publikum rückte noch einmal näher an die Bühne, die Mähnen flogen im Takt, und die Atmosphäre wurde spürbar finsterer. NORNIR lieferten damit einen kraftvollen und stimmigen Abschluss eines rundum gelungenen Metal-Café-Abends – vier Bands mit klarer Handschrift, ein engagiertes Publikum und einmal mehr der Beweis, warum diese Konzertreihe im Dreiländereck einen festen Platz in der Szene hat!