Der Abend in der Rockfact Münchenstein startete pünktlich 20 Uhr in der sehr gut besuchten Location. Das Publikum war von Beginn an aufmerksam und Head bangend mit dabei und rückte von Anfang an nahe an die Bühne. Ohne großes Drumherum ging es direkt in das Set, und man merkte schnell, dass die Leute nicht lange brauchten, um sich auf den Abend einzulassen. Die Bedingungen waren ideal für einen intensiven Konzertabend, der sich Stück für Stück aufbauen sollte. Den Auftakt machte PINHEAD, hinter dem das vielschichtige Projekt von Ilja John Lappin steht. Live wurde aus diesem eigentlich sehr persönlichen Studiokonstrukt eine überraschend intensive und greifbare Performance. Die Songs bewegten sich zwischen düsteren Progressive-Metal-Passagen, atmosphärischen Synth-Flächen und immer wieder aufbrechenden Melodien, die sich direkt ins Publikum zogen. Gerade dieser Wechsel aus Härte und Verletzlichkeit funktionierte auf dieser publikumsnahen Bühne sehr gut und entwickelte schnell eine eigene Dynamik im Raum. Das Publikum ließ sich darauf ein, wurde zunehmend aufmerksamer und honorierte den Auftritt von PINHEAD mit Jubel und kräftigem mitfeiern – ein starker Einstieg, der den Abend stimmungsvoll eröffnete.
Als Soulbound die Bühne betraten, war die Energie sofort auf einem noch höheren Level. Johnny Stecker suchte wie gewohnt die Nähe zum Publikum, dirigierte die Stimmung mit sicherem Gespür und schaffte es, diese besondere Mischung aus Emotionalität und Druck aufzubauen, die die Band aktuell auszeichnet. Die Songs des neuen Albums „sYn“ fügten sich nahtlos ins Set ein und wirkten live noch direkter, noch greifbarer. Man spürte, dass die Band nach ihrer Headliner-Tour 2024 und den Shows mit Mono Inc. noch weiter zusammengewachsen ist – routiniert, aber ohne an Intensität zu verlieren. Die Rockfact ging voll mit, feierte lautstark, tanzte, sang und ließ sich komplett in diesen Sog hineinziehen. Am Ende stand ein Konzertabend, der genau das geliefert hat, was Soulbound derzeit ausmacht: Nähe, Energie und das Gefühl, für ein paar Stunden Teil von etwas Gemeinsamen und Groß werdenden zu sein. Danke an Madeleine und ihr Team in der Rockfact für einen genialen Konzertabend!